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Polymethylmethacrylat August 31, 2016  


Polymethylmethacrylat

Polymethylmethacrylat (Kurzzeichen PMMA), bekannter unter dem Handelsnamen Plexiglas (eingetragene Marke der Firma Röhm) oder auch als Acrylglas ist ein synthetischer, glasähnlicher Kunststoff. In den ehemaligen RGW-Staaten wurde PMMA als 'Piacryl' bezeichnet.

Geschichte

Polymethylmethacrylat wurde 1928 etwa gleichzeitig in Deutschland, Großbritannien und Spanien entwickelt und 1933 zur Marktreife gebracht (Firma Röhm). Es wird heute in großen Mengen hergestellt und findet vielseitige Verwendung als splitterfreier und leichter Ersatz für Glas (z. B. Schutzbrillen, etc.). Die ersten Kontaktlinsen aus Kunststoff wurden etwa 1939 aus PMMA hergestellt. Eines der ersten Alltagsprodukte aus PMMA waren Deckel von Plattenspielern (Braun "SK4" von 1956, der so genannte "Schneewittchensarg").

Aufbau und Eigenschaften

Strukturformel von Polymethylmethacrylat:

     H CH3
     | |
··· -C-C- ···
     | |
     H COOCH3

Grundstoffe des PMMA sind Aceton, Blausäure, Schwefelsäure und Methanol. Diese Stoffe sind zwar giftig, das Produkt PMMA ist aber ungiftig, was es auch für die innere Medizin und andere sensible Bereiche interessant macht. PMMA verbrennt ohne Rückstände.

Die Vorteile von PMMA gegenüber Glas sind die um ca. 50 Prozent geringere Dichte (ca. 1,2 g/cm3) und die leichtere Verarbeitung. Auch die Möglichkeiten der Formgebung sind sehr vielfältig. So kann es nicht nur als Glasersatz bei Fenstern eingesetzt werden, sondern auch für Haushaltsgegenstände wie z. B. Schüsseln. In einem Trockenschrank für fünf Minuten bei 100 °C erwärmt, wird es sehr leicht verformbar und kann in die unterschiedlichsten Formen gebracht werden. Bei Abkühlung in Wasser bleibt diese Form erhalten.

PMMA transmittiert Licht besser als normales Glas, lässt je nach Typ ultraviolettes Licht und Röntgenstrahlen durch aber hält Infrarotstrahlung zurück. Daher wird es auch für Gewächshäuser und in der Röntgenstrahllithographie verwendet.

PMMA ist sehr spannungsrissempfindlich. Daher dürfen Plexiglasflächen auch nicht mit Alkohol oder Lösungsmitteln gereinigt werden.

Anwendungs-Beispiele 

Kfz-Industrie:

  • Rückleuchtenglas
  • Reflektor
  • Lichtleiter
  • Blinkerglas

Elektroindustrie:

  • Lichttechnik
  • Leuchtenabdeckung

Optische Industrie:

  • Schauglas
  • Linse
  • Brillenglas

Haushaltsartikel:

  • CD, DVD
  • Tastenkappe
  • Handydisplay
  • Gehäuse

Bauwesen:

  • Verglasungen
  • Sanitärbauteil (z.B. Badewanne)
  • Moebel

Weitere Handelsnamen

Acriglas; Acrycon; Acrylcolor; Acrylite; Acrypet; Acrysteel; AKRAGLAS; Altuglas; Anjacryl; Apex; ASTAGLAS; Athex; Celtiplast; Crofon; Degalan; Deglas; Delpet; Diakon; Dispercoll; Ekalit; Elvacite; Esacril; Europlex; Gammacril; Gehr; Hertzglas; Iridis; Korad; K-Profile; Kuraray; Lucite; LUMAsite; Luxacryl; Marcryl; Omnia; Optix; Paraglas; PCI PMMA; Pekatray; Plexifix; Plexiglas; Plexilith; Polarlite; Polycril; Polyman; Proglaxx; Quinn; Resarol; Riaglas; Scudacryl; Senocryl; Setaglas; Shinkolite; Spyrex; Sumitomo; Sunloid; Tecacryl; Tufcoat; Vulcacryl

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Polymethylmethacrylat -Werkstoffdatenblätter
 
Polymethylmethacrylate - Handelsverzeichnis
 
Hersteller Handelsname
ALTUMAX Altuglas EI XD
CYRO Acrylite
KURARAY Kuraray PMMA sheet
POLYKEMI -1 POLYplex
ROEHM Plexiglas Gallery
ROEHM Plexiglas
SCHULMAN Polyman
SPYRO Spyrex
TUPAJ Luxacryl IR
Produktklassenliste